Mali
Mali hat alles, was ein Land braucht, um bei mir Eindruck zu schinden. Aus Mali kommt die berühmteste Musik Westafrikas, in Mali steht das größte Lehmgebäude der Welt, durch Mali fließt der Niger, in Mali liegt das sagenumwobene Timbuktu, Mali ist außerdem das Tor zur Sahara und das berühmte Land der Dogon, das befindet sich auch in Mali.
Dummerweise sind das alles Dinge, die auch bei anderen Leuten Eindruck schinden. Und so ist Mali voll von Touristen, und zwar von solchen, die überteuerte Reisen und Führungen buchen, die für ihre Souvenirs das zehnfache des üblichen Preises zahlen und im Gegenzug auf lokaler Etikette und Tradition herumtrampeln.
Kommt man nun als verstaubter und übermüdeter Backpacker mit dem Buschtaxi daher, dann stößt das auf Unverständnis und Ablehnung. Ein verstaubter und übermüdeter Backpacker, der gerade aus dem Buschtaxi klettert, keinen Führer zum teuersten Hotel, keine Fahrt auf dem Niger und keine Tour durch das Dogonland will, sondern eigentlich nur die billigste Schlafmöglichkeit vor Ort ansteuert und vorher noch eine Portion Riz Sauce für maximal zwanzig Eurocent verspeisen möchte, der bringt kein Geld ein und ganz automatisch endet dann die hoch gelobte afrikanische Gastfreundschaft.
Ein frustrierendes Erlebnis, ist doch der Backpacker derjenige, der versucht, sich den lokalen Gewohnheiten anzupassen. Er weigert sich des Respekts wegen rund 100 Euro für die Aufführung einer Dogon-Zeremonie zu zahlen oder mittels der Dienste teurer „Schleuser“ ins Innere der Moschee von Djenné zu gelangen. Das stößt größtenteils auf Unverständnis und so findet der Backpacker sich plötzlich wüsten Beschimpfungen ausgesetzt.
In meinen Fall fielen diese Beschimpfungen recht amüsant aus: Ich reiste mit einem männlichen Freund was in Westafrika undenkbar ist, weshalb ich offiziell die Frau meines Bekannten war. Da ich länger hier bin, mehr Erfahrungen im Abwimmeln aufdringlicher Verkäufer und außerdem die besseren Französischkenntnisse hatte, war ich es, die mit den Führern und Verkäufern geredet hat. Ich erklärte einem Mann in Djenné, dass ich wirklich keinen Guide bräuchte, da ich mich überhaupt nicht für die Geschichte der Stadt interessiere und mir auch die Moschee völlig schnuppe sei. Das stieß auf völlige
Fassungslosigkeit und der vermeintliche Führer fing an, auf meinen Bekannten einzureden und ihm zu erklären, dass er sich ganz dringend eine neue Frau zu legen müsse, da ich ganz offensichtlich verrückt und schlecht sei. Sowieso wurde mir kreuz und quer durch Mali mitgeteilt, dass ich nicht nett sei, dass ich gar rassistisch wäre. Ich habe das irgendwann nur noch mit einem freundlichen „Oui, oui, je suis pas gentile, je suis JAMAIS gentile, tu sais?“ (Jaja, ich bin nicht net, ich bin NIE nett, weißt du?) quittiert. Das stieß auf noch mehr Fassungslosigkeit. Ironie ist in Afrika nicht bekannt und wenn man sie anwendet, dann löst das große Verwirrung aus. Ich habe damit immer viel Spaß.
Aber trotz der Unterhaltung, die man gelegentlich beim Abwimmeln von Guides haben kann – ich fand Mali ungemein anstrengend und unsympathisch. Nach einer Woche habe ich mich für ein paar Tage im Hotel verbarrikadiert. Ich wollte keinen Möchtegernguide mehr sehen, keine Souvenirs aufgequatscht bekommen und mich auch nicht mehr beschimpfen lassen.
Aber selbst im Hotel wird man immer wieder gefragt, wo man denn als nächstes hinwolle und wie es eigentlich mit einer Bootstour auf dem Niger stünde.
Von allen sieben Ländern, die ich nun in Westafrika besucht habe, ist Mali zwar das touristischste aber auch das unfreundlichste. Vermutlich bedingt sich das gegenseitig – eine frustrierende Erkenntnis.

Well, yes, the guide in Djenne was one of the better ones (at least he wasn’t from Mopti) — and was probably very right in saying that you were a bad wife!
Stefan, you are not right, my daughter is´nt a bad wife.
You want some more” Hering in Essig”, than you will always say:
Oh, what a lovely nice girl.
Till the next visit, Siv.
Ja, wirklich stimmt das vielmehr — wenn ich nochmal Herring in Essig aus Norddeutschland neben einem burkinabe Bier essen will muss ich sagen dass sie natuerlich die perfekteste Frau der ganzen Welt war! Wie konnte ich so schnell vergessen?! Gruesse von der Tuerkei nach Niedersachsen…..:)
Ich verbitte mir jegliche Diskussionen ueber meinen Brautwert auf dieser Homepage!
Ich bitte darum, sich daran zu erinnern, wer den blöden Hering transportiert hat.
Da, spasibo bolshoje auch — ich mache mich Sorgen wenn ich Wasser transportieren (OK, mann kann das nicht mehr tun von einem Flughafen in West Europa oder Nord Amerikan, aber die Burkinabe und die Marokkoner haben OK, Egal gesagt), so eine die Hering transportiert ist echt mutig…. Heringwasser ueberal im Gepaeck unter der afrikanischen Sonne….? Hmmmm…. das macht Spass nach meiner Meinung….
Oh, Oh was für einen Stein hab ich da ins rollen gebracht ??????